Archiv für den Autor: Joana

Wer will Goldlahn ? Lahn aus Echtgold oder Imitat aus Gold oder Silber

So liebe Leute,

hier eine ganz konkrete Frage an die Handarbeiter/innen unter Euch:

Wer will Goldlahn, also Gold umwickelt auf Seele?

Geeignet zum Brettchenweben, Broschieren, Sticken, Einlegen und Auflegen.

Die kleine Manufaktur bietet mir Lahn aus Echtgold an, eine Probe habe ich bekommen und auf Echtheit prüfen lassen. Die Stärke 05 entspricht der auf den Fotos unter Posamente. Allerding gibt es eine Mindestabnahme und die einfach so auf gut Glück zu kaufen ist mir echt zu teuer. 10m können ca 20.- Euro erworben werden. 1000m sollten zusammenkommen, sonst wirds ein wenig teurer. Ich kann bestelltes Lahn mit nach Oldenburg bringen. Andere Stärken gibt es zwar, aber sind seeeehr viel teurer…

Leider sind die alten Preise nicht mehr zu erreichen, der Goldpreis und die Herstellungskosten haben sich entscheidend gesteigert. Und die Altbestände sind allgemein ausverkauft. Aber hier haben wir eben auch nicht die angebotene Mindestabnahme von 5kg einer anderen potenziellen Manufaktur!

Desweiteren gibt es die Möglichkeit sehr feines, aber unechtes !!!! Materialin Gold oder Silber  herstellen zu lassen, ebenso etwas stärker, aber wie gesagt unecht, dafür aber wesentlich günstiger. Im direkten Vergleich ist der visuelle Unterschied recht gering, allerdings kann ich nicht sagen, wie sich das unechte Goldlahn beim Waschen verhält. Eine Kone zu 250gr etspricht ca 8000m Material, kommt auf ca 70 Euro bei einer Mindestabnahme von 4 Konen. Das etwas stärkere Material 06 in unecht sind 100m für ca 30.-Euro, bei Mindestabnahme von 1000m…. Alles kommt aus neuer Produktion von einer kleinen netten Manufaktur, welche sich auf unser Bitten hin auf diese vielleicht einmaligen Konditionen eingelassen hat. Danke hierfür! Entweder schicke ich euch dann die jeweilige Ware versichert zu, oder ihr holt sie ab!

Also, ihr habt die Konditionen, jetzt fehlen nur eure Anfragen, einfach über das Kontaktformular an mich bis Ende Juni, dann schau ich, was ich bestellen kann und gebe Bescheid. Sollte sich dann etwas an den Preisen verändern, bekommt ihr das selbstverständlich mitgeteilt, aber die Manufaktur hat das scheinbar schon gut kalkuliert. Bitte vergesst nicht, dass das zwar erst mal keine Bestellung ist, aber das ihr im Falle einer erfolgreichen Bestellung die im Vorfeld angegebene Menge auch abnehmen müsst, ich will mich finanziell nicht matt setzen. Zumal ich eben auch vier Kinder satt bekommen muss.

Liebe Grüße

Joana

 

 

Pflaumenförmiger Anhänger nach Birka

Endlich hab ich ihn fertig! Mein erster gelungener Anhänger, pflaumenförmig und nach der Vorlage von Birka Gr  469 mit Silberdraht gefertigt. Ich bin vom Original abgewichen, habe ihn mit königsblauer Wolle ausgelegt und oben 3 Ringe zum befestigen angebracht. Gilmmerscheiben habe ich ausgelassen!

Mein Geschenk an Phil!

Momentan habe ich nicht geplant ein Replik herzustellen, mir fehlt dazu Zeit. Vorallem, weil ich noch einige Sachen fertig machen muss…

Bild folgt!

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Blätterrausch und Rindenwahn

An Vatertag war es wieder so weit! Die zweite Runde Färben stand an! Das Wetter schien uns am Anfang einen Strich durch die Rechnung machen zu wollen, Wind und Regen noch am frühen morgen. Aber davon vollkommen unbeirrt packten wir den Bus und den Hänger. Diesmal wollten wir heiß beizen.

Ich musste mir erst nochmal mein Frühstück durch den Kopf gehen lassen und kam mit einiger Verpätung am Gelände an. Alle anderen waren schon da und waren fleißig am Ausladen. Mit Sonnenbrille auf den Augen und einem flauen Gefühl im Magen konnte ich da nicht viel machen und war zum Zuschauen verdammt. Mein Kopf konnte nicht so wie ich wollte… Pech eben.

Zum heiß Beizen musste noch eine Feuerstelle ausgehoben werden, das erledigten die Jungs unter kritischer tierschützerischer Überwachung durch unsere Töchter den Umständen entsprechend schnell. Immer wieder schallte es laut: Achtung da ist ein Regenwurm! Nachdem alle Tiere gerettet waren und die Feuerstelle tief genug war konnte endlich die zweite Feuerstelle in Betrieb genommen werden. Im Färbekessel stand das Wasser schon bereit.

Nachdem wir das letzte Mal solche Probleme hatten die Birkenblätter wieder rauszufischen haben wir kurzerhand ein großes Tuch genommen und die Blätter da rein gebunden. Ein ziemlich großer Teebeutel!

Der erste Zug erfolgte mit Martins bereits gelb gefärbtem Wollstoff, wir wollte die Flecken noch etwas überfärben. Dann kam die große Überraschung: der Ton wurde etwas dunkler als beim ersten Mal: wir hatten den Topf nicht ausgewaschen und an den Wänden lagerte wohl noch ein wenig Eisenvitriol. Also Wollstränge rein und weiter färben. Es folgten noch zwei weitere Züge, die anschließend weiterentwickelt werden sollten. Der letzte Zug war lediglich nur noch leicht blassgelb. Der kam als erstes in die Weiterentwicklung und wandelte sich in ein helles Lindengrün. Der zweite Zug entwickelte sich zu einem schönen Lindgrün.

In der Zwischenzeit hat Kai sich an sein Birkenpech gemacht, aber das wird er sicherlich selbst beschreiben. Ich möchte ihm da nicht vorgreifen. Die Jungs saßen auf dem Boden und hackten und rissen Birkenrinde kurz und klein. Unsere Mädels waren in der Zwischenzeit losgezogen, im heiligen Krieg gegen die Brennesseln, bewaffnet mit Handschuhen, Eimern und Tüten zogen sie los um die bösen Brenneseln auszumachen. Der Blätterrausch hatte sie auch dieses Mal fest im Griff! Bereits nach einer Stunde hatten die Zwei einen halben Sack gefüllt, genug zum Färben!

Die gesammelte Eichenrinde wurde ebenfalls kleingemacht und landete kurzerhand in einem Topf mit kaltem Wasser. Das Wasser färbte sich bereits so in orange-rot. Also ab in den Färbetopf und Feuer frei! Die Wolle gaben wir kurzerhand mit rein und ließen die Suppe mal schön vor sich hin kochen. Aber es wollte keine Farbe in die Fasern dringen. Was haben wir bloß falsch gemacht? Wenn wir das Färbebuch dabei gehabt hätten, hätten wir nachlesen können, aber das lag friedlich zu Hause. Kurzerhand schmissen wir die Brennesseln dazu und kochten sie aus. Nach einer Stunde hatte die Suppe ein häßlich dunkelbraune Farbe. Blätter und Rinde raus, Stoff rein! Innerhalb kurzer Zeit färbte sich der Stoff in ein schönes gelb-beige, fast hellbraun.

Was würde wohl passieren, wenn man das entwickelt??? Gedacht, besprochen und getan! Die Suppe färbte sie vollkommen schwarz. Mut tut gut, Stoff rein! Dieser entwickelte sich zu einem sehr dunklem grau-grün! Kai sagte Natofarben!

Der hatte mittlerweile die zweite Feuerstelle für sich und sein Birkenpech-Experiment erobert und war nicht mehr ansprechbar. Immer wieder jubelierte er und dann war er wieder dem Rindenwahn verfallen! Selbst als wir bereits das Essen in den Schüsseln und die Würstchen in der Pfanne hatten, war er mit kohlrabenschwarzen Händen und Gesicht nicht von seinem Platz an der Feuerstelle zu vertreiben!

Kurzum der Tag war frei von Regen, sehr lustig und auch sehr ergiebig. Die Bilder stellen wir in Kürze online!

Wir sehen uns in Worms

Vom 31.05. bis 02.06. findet in Worms wieder das Spectaculum statt.

Wir werden am Samstag, 01.06.  als Tagesbesucher dort sein!

Wir sehen uns!

Pflanzenfärben mit Efeu

So, die zwei Tage sind rum. Wie erwartet ist die Färbung mit Efeu nicht lichtecht. Mittlerweile sind die schönen Farbergebnisse, die der Efeu brachte, in ein einheitliches Grau umgewandelt.

Wir haben mit einer Kaltbeize gearbeitet, aber selbst mit einer Alaunbeize hatte ich dieses Ergebnis erwartet.

Mal schauen was sich draußen noch so findet und im Experiment als färbbend herausstellt…

Die Saison kann kommen

Ich freue mich ganz besonders auf unsere Mitreisenden.

Aber zuerst müssen wir mal färben…. Also nix wie raus und das schöne Wetter zum Sammeln nutzen!

Gold- und Silberarbeiten in den Gräbern von Birka

Tafel 27, 1-5

Grab 736 Kreuzborte aus Gold

Grab 524 Kreuzborte mit Doppelkreuzen aus Gold

Grab 542 Kreuzborte aus Gold

Grab 644 Borte mit kreuzförmigen Auswüchsen aus Gold

Grab 710 Kreutborte aus Silber

Tafel 28, 6-7

Grab 750 Stickerei aus Goldlahn, sieht aber eher aus, als wäre aus Goldlahn zuerst ein langes Stück gearbeitet worden, dann in ein klassisches Knotenmuster gebracht worden und dann erst aufgesetzt und befestigt worden.

Grab 524 kreuzförmige Verzierungen aus Golddraht

Tafel 34, 3

Grab 524 Saumbesatz aus rhombischen und runden Glimmerscheiben eingefasst mit Silberdraht

Grab 1125 Endstück aus Spiralsilber auf Seide

Grab 944? paarweise Endstücke aus Spiralsilber

Grab 520 paarweise Endstücke aus Spiralsilber

Tafel nicht benannt, nach Arbman 1940

Grab 581 Zierelemente der Kopftracht aus Silber mit ursprünglich eingelegtem Silberblech, trichterförmiger Endbeschlag und vier pflaumenförmige Anhänger

Grab 496 Zierelemente der Kopftracht, pflaumenförmige Anhänger aus Silberdraht mit ursprünglichem Kern aus vergoldetem Leder

Grab 735 Silberborte in Brettchenbandtechnik auf Seide, Seidentasche mit Hirschbild in Silberdrahtstickerei, „Silberhirsch“

Tafel 26, 1-3

Grab 798 Zierborte von der Kopftracht aus Spiralsilber

Grab 886 Zierborte von der Kopftracht aus Spiralsilber

ohne Tafel, ATA Stockholm 1460:26

Grab 944 Posamentborte aus Spiralsilber auf Seide eines Kaftans

Tafel 36,1 und 34,6

Grab 832 Hirschfigur aus Golddraht ursprünglich auf Seide mit Saumbesatz aus Spiralsilber in Posamentarbeit, „Goldhirsch“.  Taftseide mit Zierborte aus Glimmerscheiben eingefasst in Silberdraht, Saumbesatz aus Spiralsilber

 

Alle hier genannten Angaben stammen aus der Feder von Inga Hägg, außer meiner (unwissenschaftlichen) Annahme bzgl Tafel 28,6

Goldhirsch

Mittlerweile habe ich verdammt viel Material verschafft, um die Technik vom Goldhirsch zu erlernen…. gar nicht leicht! Doch es ist so weit: ich arbeite am Replik.

Hierfür habe ich ein Foto vom Birkabuch rausgesucht, welches im Verhälnis 2:1 zum Original steht und entsprechend bearbeitet, um alles deutlich erkennen zu können.  Nach der Übertragung auf Seide mit dem Bleistift habe ich das Werkstück auf einen kleinen Stickrahmen gezogen und losgelegt. Die Fotos stelle ich auch noch online.

Im Gegensatz zu den Replikationsversuchen mit ähnlichem Material, wie im Buch beschrieben, gibt es hier keine Probleme mit Knoten und Windungen. Allerdings muss ich mit relativ kurzen Stücken arbeiten. Zum einen verheddert sich das Material dann nicht und zum anderen kann ich so relativ bequem arbeiten. Leider gibt weder das Foto noch der Text einen Hinweise auf Ansatzstellen. Aber zu meinem Erstaunen musste ich feststellen, dass man wenn man mit der richtigen Technik arbeitet, auch gar keine Ansatzstellen sieht, weder auf der Vorderseite noch auf der Rückseite.

Zuerst habe ich die Kontur gearbeitet, daraus ergibt sich die typische Rückseite. Sie stellt quasi mein Gerüst dar. Von dort aus arbeite ich mich in Etappen weiter. Ich habe am hinteren unteren Bereich begonnen und konsequent mit der Schlingentechnik gearbeitet. Daraus ergeben sich dann schon ganz automatisch die größeren Löcher, die müssen also nicht separat herausgearbeitet werden. Jetzt ist der hintere Bereich fertig und ich komme an den Bauch, an dem die Schlingentechnik abgewandelt wurde, das erkennt man recht deutlich auf dem Foto. Hierfür muss ich erst noch einige Übungen machen, um das Replik nicht zu versauen….

Eine Sache ist für mich noch nicht geklärt: wann werden die Glimmerscheiben eingelegt? Ich kann mir folgendes vorstellen: nach Fertigstellung kann mit Hilfe einer Pinzette die farbige Unterlage (Seide oder Wolle?!?!) eingezogen werden und dann die Glimmerscheiben eingelegt werden. Wenn ich es wärend der unfertigen Arbeit einlege verrutscht das Ganze und gehindert mich beim Arbeiten…. Ausprobieren werde ich es sicher mit dem Einziehen….

Schon jetzt ist für mich klar, dass die Arbeit noch recht viel Zeit in Anspruch nehmen wird, zumal ich auch noch rechtzeitig was für Phil fertig machen möchte, um es Ulrich mitzugeben. Ich hoffe trotzdem, dass ich den Goldhirsch fertig mit nach Oldenburg nehmen kann. Auch wenn ich noch an meiner Präsentationsmappe weiterarbeite, aber so langsam gehen mir die Stickrahmen aus… Und „Im Winter wenn ich Zeit hab“ ist leider auch schon rum, also muss auch noch die Nähnadel geschwungen werden.

So weit so gut….

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Stabile und saubere Naht

Um eine stabile und saubere Naht hinzubekommen muß der Zuschnitt zuerst einmal sauber und gerade sein. Nahtzugabe sollte pro Naht und Teil jeweils einen Centimeter betragen.
Zum Nähen immer das selbe Material verwenden, aus dem der Stoff auch ist. Dann durch Ausprobieren die geeignete Nadel finden, später gelingt das mit einer kurzen Nadelprobe. Am besten arbeitet man mit dem Rückstich, da bekommt man leicht eine schöne gerade Naht an, aber die Stiche sollten klein bleiben.
Das Versäubern der Naht ist genauso wichtig, wie das Nähen selbst, da z.B. Leinen ausfasert und so die Naht schnell einreißen kann. Schnell ist so ein mühevoll von Hand genähtes Kleidungsstück unschön zerrissen und muß repariert werden. Jede Seite sollte selbst eingefasst werden, dazu schlägt man die Zugabe ein und heftet sie an der jeweiligen Seite an und vernäht beides miteinander.
Genäht werden kann das Ganze dann auch so, dass eine unsichtbare Naht entsteht, indem man mit der Nadel zuerst die Kante einsticht und dann nur einen Faden des Stoffes aufnimmt, zieht man das Ganze nicht allzu fest an, so entsteht eine unsichtbare Versäuberungsnaht.

So sieht das ganze dann ungefähr aus:
//////////////// Versäuberung
————— Naht im Rückstich
\\\\\\\\\\\\\\\ Versäuberung

Posamentierarbeiten

Unter den Birkatextilien kommen reichlich Knoten- und Flechtarbeiten vor. Technisch ist diese Art der Arbeit genau das selbe, was man unter dem Wort Posamente versteht.

Die Posamentierarbeiten in Birka bestehen aus fortlaufenen Flechten und Zierknoten.

Das Material in den erhaltenen Posamentierarbeiten ist entweder glattes Drahtgold, Spiralgold, gesponnenes Gold. Das Silber kommt fast ausschließlich als Spiralfaden vor.

Posamenten werden in 5 Gruppen eingeteilt:

1. fortlaufende Borten und Schnüre, die an irgend einem Stoff angebracht waren

2. Randbörtchen, die am Saum des betreffenden Kleidungsstücks angenäht waren

3. dekorative Zierknoten, die wie eine Paillette u. dgl. einem Stoff angenäht waren

4. Zierate als Abschluss an den aus Seiden genähten, ziemlich schmalen Riemen

5. Gleitknoten, die wahrscheinlich solche Bänder oder Schnüre aus Seide oder anderem Garn verziert haben