Kategorie-Archiv: Allgemein

Schuhe nähen die 2.

Sodale, da mich immer wieder mal jemand zum Thema Schuhe nähen anspricht, möchte ich hier mal eine kleine Fotostrecke vorstellen wie ich meine Schuhe nähe.

In der Regel nähe ich keine einfache Wendenaht. Die normale Wendenaht wird entweder an der Seite der Sohle angesetzt und dann über die Sohle hoch geklappt.Das heißt man legt das Oberleder seitlich an der Sohle an und näht dies dort fest. (Bilder dazu folgen … ist doch etwas schwierig zu erklären ohne Bilder)

Alternativ legt man Sohle und Obernaht aufeinander und näht das zusammen und Sohle und Oberleder werden umgeklappt. Dies klappt aber nur bei einer dünnen Sohle. Außerdem muss man die Sohle etwas größer machen damit man nicht auf der Naht läuft.

Bei mir ist es eine auf die Sohle aufgesetzte Wendenaht. Das heißt beide Nähte laufen auf der Sohle. Man sieht im Bild den Schlitz in der Sohle und die Löcher daneben. Hier wurde von oben außen an der Sohle durch in den Schlitz vorgestochen.
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Die Arbeitsschritte nach dem Zuschnitt:

  1. Sohle ins Wasser
  2. Sohle schlitzen
  3. Löcher vorstechen
  4. Oberleder annähen
  5. Wenden
  6. Sohle antrocknen lassen und Naht fetten
  7. Ristnaht nähen

Wer will Goldlahn ? Lahn aus Echtgold oder Imitat aus Gold oder Silber

So liebe Leute,

hier eine ganz konkrete Frage an die Handarbeiter/innen unter Euch:

Wer will Goldlahn, also Gold umwickelt auf Seele?

Geeignet zum Brettchenweben, Broschieren, Sticken, Einlegen und Auflegen.

Die kleine Manufaktur bietet mir Lahn aus Echtgold an, eine Probe habe ich bekommen und auf Echtheit prüfen lassen. Die Stärke 05 entspricht der auf den Fotos unter Posamente. Allerding gibt es eine Mindestabnahme und die einfach so auf gut Glück zu kaufen ist mir echt zu teuer. 10m können ca 20.- Euro erworben werden. 1000m sollten zusammenkommen, sonst wirds ein wenig teurer. Ich kann bestelltes Lahn mit nach Oldenburg bringen. Andere Stärken gibt es zwar, aber sind seeeehr viel teurer…

Leider sind die alten Preise nicht mehr zu erreichen, der Goldpreis und die Herstellungskosten haben sich entscheidend gesteigert. Und die Altbestände sind allgemein ausverkauft. Aber hier haben wir eben auch nicht die angebotene Mindestabnahme von 5kg einer anderen potenziellen Manufaktur!

Desweiteren gibt es die Möglichkeit sehr feines, aber unechtes !!!! Materialin Gold oder Silber  herstellen zu lassen, ebenso etwas stärker, aber wie gesagt unecht, dafür aber wesentlich günstiger. Im direkten Vergleich ist der visuelle Unterschied recht gering, allerdings kann ich nicht sagen, wie sich das unechte Goldlahn beim Waschen verhält. Eine Kone zu 250gr etspricht ca 8000m Material, kommt auf ca 70 Euro bei einer Mindestabnahme von 4 Konen. Das etwas stärkere Material 06 in unecht sind 100m für ca 30.-Euro, bei Mindestabnahme von 1000m…. Alles kommt aus neuer Produktion von einer kleinen netten Manufaktur, welche sich auf unser Bitten hin auf diese vielleicht einmaligen Konditionen eingelassen hat. Danke hierfür! Entweder schicke ich euch dann die jeweilige Ware versichert zu, oder ihr holt sie ab!

Also, ihr habt die Konditionen, jetzt fehlen nur eure Anfragen, einfach über das Kontaktformular an mich bis Ende Juni, dann schau ich, was ich bestellen kann und gebe Bescheid. Sollte sich dann etwas an den Preisen verändern, bekommt ihr das selbstverständlich mitgeteilt, aber die Manufaktur hat das scheinbar schon gut kalkuliert. Bitte vergesst nicht, dass das zwar erst mal keine Bestellung ist, aber das ihr im Falle einer erfolgreichen Bestellung die im Vorfeld angegebene Menge auch abnehmen müsst, ich will mich finanziell nicht matt setzen. Zumal ich eben auch vier Kinder satt bekommen muss.

Liebe Grüße

Joana

 

 

Der Rindenwahn … oder Pech gehabt

Seit einigen Jahren wollte ich versuchen Birkenpech auszukochen.
Gestern habe ich mich dann dran getraut.

Da wir sowieso mit dem Projekt „Pflanzenfärben“ im Garten waren, überlegte ich mir die Hitze mit auszunutzen.
Fix im Keller noch eine große und eine kleine Blechdose rausgesucht und los gehts.

Zuerst die kleine Dose … eine kleine quadratische ehemalige Teedose mit knapp 6cm Kantenlänge ud ca. 12 cm Höhe.

Das Experiment sieht normalerweise ein 2 Topf-System vor. Im großen Gefäß ein Loch reinmachen (Mittig im Deckel) die kleine Dose mit der Öffnung auf das Loch und Luftdicht fixieren.
Dann Rinde ins große Gefäß und mit Drahtgeflecht (Hasendraht o.ä.) dafür sorgen, dass nichts auf die Öffnung für den Abfluß fällt.

… soweit die Theorie …

Ich habe die kleine Dose mit Rinde gefüllt und mal fix ins Feuer gestellt. Schnell müffelt es nach der Birkenrinde, die vor sich hin kokelt. Irgendwann haben die Dämpfe Feuer gefangen und der Inhalt war passe Resultat nach ca. 1 Stunde. Rinde verkohlt und die Ganze Dose war innen mit Pech beschichtet … aber nichts gewonnen.

Also … Mut zur Lücke und die Große Dose mit Rinde gestopft. Auf die Kleine Feuerstelle. Mein Ziel war es, das Pech und die Rindereste in einem Topf zu haben.
Irgendwann riss die große Dose auf und das Pech lief seitlich raus. Als ich das gesehen habe, fix 2. Dose drunter und auffangen. So wurde aus einem theoretisch geplanten 1-Topf-System ein spontanes 2-Topf-System. 😉
Um das Ergebnis noch etwas zu verbessern, habe ich an der Ecke noch ein Loch in die Dose gestochen. Gevatter Zufall wollte es, dass ich die Steine in der Feuerstelle so angeordnet hatte, dass die Flammen nicht an meine Auffangdose kamen.

Um die Flammen recht gering zu halten, habe ich nur mit Holzkohle und an der Öffnungsabgewandten Seite mit Rebstöcken geheizt. Wenn die Flammen zu nah ans Pech kommen, geht alles schön in Flammen auf.
Falls das jemandem passiert … NICHT MIT WASSER LÖSCHEN!!!
(Das Verhält sich ähnlich wie mit brennendem Fett in einer Bratpfanne)

Feuerfeste Handschuhe (gefütterte Schweißerhandschuhe tun es für den Anfang) Auffangdose raus und abdecken. Die Flammen ersticken.


Nach fast 2 Stunden hatte ich dann eine stattliche Menge Birkenpech.

Blätterrausch und Rindenwahn

An Vatertag war es wieder so weit! Die zweite Runde Färben stand an! Das Wetter schien uns am Anfang einen Strich durch die Rechnung machen zu wollen, Wind und Regen noch am frühen morgen. Aber davon vollkommen unbeirrt packten wir den Bus und den Hänger. Diesmal wollten wir heiß beizen.

Ich musste mir erst nochmal mein Frühstück durch den Kopf gehen lassen und kam mit einiger Verpätung am Gelände an. Alle anderen waren schon da und waren fleißig am Ausladen. Mit Sonnenbrille auf den Augen und einem flauen Gefühl im Magen konnte ich da nicht viel machen und war zum Zuschauen verdammt. Mein Kopf konnte nicht so wie ich wollte… Pech eben.

Zum heiß Beizen musste noch eine Feuerstelle ausgehoben werden, das erledigten die Jungs unter kritischer tierschützerischer Überwachung durch unsere Töchter den Umständen entsprechend schnell. Immer wieder schallte es laut: Achtung da ist ein Regenwurm! Nachdem alle Tiere gerettet waren und die Feuerstelle tief genug war konnte endlich die zweite Feuerstelle in Betrieb genommen werden. Im Färbekessel stand das Wasser schon bereit.

Nachdem wir das letzte Mal solche Probleme hatten die Birkenblätter wieder rauszufischen haben wir kurzerhand ein großes Tuch genommen und die Blätter da rein gebunden. Ein ziemlich großer Teebeutel!

Der erste Zug erfolgte mit Martins bereits gelb gefärbtem Wollstoff, wir wollte die Flecken noch etwas überfärben. Dann kam die große Überraschung: der Ton wurde etwas dunkler als beim ersten Mal: wir hatten den Topf nicht ausgewaschen und an den Wänden lagerte wohl noch ein wenig Eisenvitriol. Also Wollstränge rein und weiter färben. Es folgten noch zwei weitere Züge, die anschließend weiterentwickelt werden sollten. Der letzte Zug war lediglich nur noch leicht blassgelb. Der kam als erstes in die Weiterentwicklung und wandelte sich in ein helles Lindengrün. Der zweite Zug entwickelte sich zu einem schönen Lindgrün.

In der Zwischenzeit hat Kai sich an sein Birkenpech gemacht, aber das wird er sicherlich selbst beschreiben. Ich möchte ihm da nicht vorgreifen. Die Jungs saßen auf dem Boden und hackten und rissen Birkenrinde kurz und klein. Unsere Mädels waren in der Zwischenzeit losgezogen, im heiligen Krieg gegen die Brennesseln, bewaffnet mit Handschuhen, Eimern und Tüten zogen sie los um die bösen Brenneseln auszumachen. Der Blätterrausch hatte sie auch dieses Mal fest im Griff! Bereits nach einer Stunde hatten die Zwei einen halben Sack gefüllt, genug zum Färben!

Die gesammelte Eichenrinde wurde ebenfalls kleingemacht und landete kurzerhand in einem Topf mit kaltem Wasser. Das Wasser färbte sich bereits so in orange-rot. Also ab in den Färbetopf und Feuer frei! Die Wolle gaben wir kurzerhand mit rein und ließen die Suppe mal schön vor sich hin kochen. Aber es wollte keine Farbe in die Fasern dringen. Was haben wir bloß falsch gemacht? Wenn wir das Färbebuch dabei gehabt hätten, hätten wir nachlesen können, aber das lag friedlich zu Hause. Kurzerhand schmissen wir die Brennesseln dazu und kochten sie aus. Nach einer Stunde hatte die Suppe ein häßlich dunkelbraune Farbe. Blätter und Rinde raus, Stoff rein! Innerhalb kurzer Zeit färbte sich der Stoff in ein schönes gelb-beige, fast hellbraun.

Was würde wohl passieren, wenn man das entwickelt??? Gedacht, besprochen und getan! Die Suppe färbte sie vollkommen schwarz. Mut tut gut, Stoff rein! Dieser entwickelte sich zu einem sehr dunklem grau-grün! Kai sagte Natofarben!

Der hatte mittlerweile die zweite Feuerstelle für sich und sein Birkenpech-Experiment erobert und war nicht mehr ansprechbar. Immer wieder jubelierte er und dann war er wieder dem Rindenwahn verfallen! Selbst als wir bereits das Essen in den Schüsseln und die Würstchen in der Pfanne hatten, war er mit kohlrabenschwarzen Händen und Gesicht nicht von seinem Platz an der Feuerstelle zu vertreiben!

Kurzum der Tag war frei von Regen, sehr lustig und auch sehr ergiebig. Die Bilder stellen wir in Kürze online!

Rundschild die 2.

Nachdem ich festgestellt habe, wie leicht ein großes Rundschild sein kann und wie dünn doch das Holz sein darf, hatte ich entschlossen mein 80cm Rundschild Marke „Schwergewicht“ auszutauschen.

Aktuell ist mein 95cm Rundschild in Arbeit, auf Basis einer 6mm Pappel-Bastelholzplatte. Die gesägte Platte wird später mit 3 Schichten Leinen auf der Vorderseite und 1 Schicht auf der Rückseite bespannt und erhält ein 30×40 mm Kantholz mit ca. 70cm Länge als Griff.

Das Kantholz ist daher so dick, da ich auf der Innenseite des Schildbuckels viel Spielraum hinkriegen muss um den Panzerhandschuh benutzen zu können. Das Holz wird dann auf der Innenseite weg genommen.

95cm Durchmesser Schildrohling aus Pappelholz

Rohling des 95cm Rundschilds aus 6mm Pappel-Bastelholz

Rundschild mit Aussenbespannung

Rundschild mit Aussenbespannung

Innenbespannung aus Leinen

Innenbespannung aus Leinen

Fertiges Rundschild mit Schildbuckel

Fertiges Rundschild mit Schildbuckel

Innenseite des fertigen Rundschilds

Fertig ausgearbeiteter Griff des Rundschilds

Rundschild selbst gebaut

Hier poste ich mal einige Bilder von meinem Schildbau Projekt. Bei einem Training hatte ich Gelegenheit ein 60 cm Schild auszuprobieren. Dann musste ich unbedingt ein eigenes haben.

Da mir 60cm etwas zuviel waren, habe ich mich für die 50cm Variante entschieden … Gekauft habe ich dann 60cm im Quadrat 8mm Pappel-Bastelholz.

Das Schild wurde dann letztendlich 55cm im Durchmesser.

Schild Rohling aus 8mm Pappel-Bastelholz

Schild Rohling aus 8mm Pappel-Bastelholz

Schild Rohling mit Leinen bespannt bzw. beklebt

Innen und Außenseite mit 1 Schicht Buchbinderleinen bespannt.

Bild der Außenseite

Die Außenseite mit der 2. Schicht Leinenstoff beklebt.

Fertiges Schild mit Buckel ohne Randeinfassung

Fertiges Schild mit Buckel ohne Randeinfassung

Das fertige Schild mit Randeinfassung

Das fertige Schild mit Randeinfassung. Im Hintergrund mein 80cm Rundschild.

 

 

Stabile und saubere Naht

Um eine stabile und saubere Naht hinzubekommen muß der Zuschnitt zuerst einmal sauber und gerade sein. Nahtzugabe sollte pro Naht und Teil jeweils einen Centimeter betragen.
Zum Nähen immer das selbe Material verwenden, aus dem der Stoff auch ist. Dann durch Ausprobieren die geeignete Nadel finden, später gelingt das mit einer kurzen Nadelprobe. Am besten arbeitet man mit dem Rückstich, da bekommt man leicht eine schöne gerade Naht an, aber die Stiche sollten klein bleiben.
Das Versäubern der Naht ist genauso wichtig, wie das Nähen selbst, da z.B. Leinen ausfasert und so die Naht schnell einreißen kann. Schnell ist so ein mühevoll von Hand genähtes Kleidungsstück unschön zerrissen und muß repariert werden. Jede Seite sollte selbst eingefasst werden, dazu schlägt man die Zugabe ein und heftet sie an der jeweiligen Seite an und vernäht beides miteinander.
Genäht werden kann das Ganze dann auch so, dass eine unsichtbare Naht entsteht, indem man mit der Nadel zuerst die Kante einsticht und dann nur einen Faden des Stoffes aufnimmt, zieht man das Ganze nicht allzu fest an, so entsteht eine unsichtbare Versäuberungsnaht.

So sieht das ganze dann ungefähr aus:
//////////////// Versäuberung
————— Naht im Rückstich
\\\\\\\\\\\\\\\ Versäuberung

Schuhe selber nähen

Zum Thema Schuhe nähen gibt es mehr als genug Informationen im Netz. Vom bekleben eine BW-Stiefels bis hin
zum herstellen eines Nachbaus von diversen historischen Schnitten.

Da es in dieser Richtung mehr als genug Anleitungen gibt werde ich hier lediglich Themenbezogene Links bereitstellen.
Den Wendeschuhbaukurs.de gibt es leider nicht mehr. Daher mal ein Link zu Snorri, der Seminare veranstaltet. Erfahrungen habe ich mit Seminaren und Kursen noch keine gemacht.
Ein leicht herzustellender Schuh. Leider nur mit einer Sohle und damit macht man sich schnell zum Fakir.
Diverse Schnittmuster, auch Schuhe, zum leichten Einstieg.