Kategorie-Archiv: Näharbeiten

Artikel über genähte Stücke. Egal ob Ziernaht, Sticken oder ein komplettes genähtes Kleidungsstück!

Skjoldehamn Gugel aus Leder

Ich hatte Ende 2014 beschlossen, dass ich mir nun doch mal eine Ledergugel nähen möchte. Zuerst war die Überlegung, dass ich eine neue Gugel brauche. Da dachte ich dann an eine Gugel im Skjoldehamn Schnitt. Dann erst die Überlegung ob Leder oder Wolle.

Jetzt wird es einige geben, welche sich nun direkt zuerst über den Schnitt und anschließend über Leder auslassen.

Ja ich weiß … Skjoldehamn ist doch viel später und woanders!!! oder es gab doch gar keine Funde für Kleidung aus Leder außer Schuhe!!!

Kurz und knapp … laut der Veröffentlichung von Dan Halvard Løvlid im Jahr 2009 (New Thoughts on the Skjoldehamn find) liegt die Datierung zwischen 1050 und 1299. Ja ich weiß die Datierung sowie die Region passen nicht zu unserer Darstellung. Die einzigen Leder Kleidungsteile außer Schuhe waren Lederteile welche bei den Händen im Fürstinnengrab von Kaupang gefunden wurden. Man vermutet Handschuhe.

Wir brauchen aber einen Wetterschutz und der ist am nächsten dran!!! Ob Leder wirklich gut gegen Nässe ist, ist ein weiterer Aspekt, den wir ausprobieren wollten.

In Summe kann ich nun sagen, dass die Gugel perfekt war gegen Wasser, solange man sie mit Wolle füttert.
Nasses Leder auf der Haut ist ziemlich widerlich. 😉

Hier mal Bilder von meinem Werk:

Skjoldehamn Ledergugel Skjoldehamn Ledergugel Skjoldehamn Ledergugel Saum

Gambeson nähen

Aktuell versuche ich mich daran, einen Gambeson selbst zu nähen.

Mein gekaufter ist mir etwas zu dünn und, da die Jahre ihre Spuren an mir hinterlassen haben, etwas zu eng.

Zuerst muss ich mir die Form des Gambis überlegen. Ich habe mich für den Schnitt einer Tunika entschieden, der dann mit einem Gürtel zu gezogen wird.
Hierfür muss ich nun zuerst einmal die wattierten Stofflagen herstellen, woraus später die Teile für die Tunika ausgeschnitten werden.

Sodale … fertig!!! Endprodukt hat inkl. Lederbesatz ca. 3 kg und ist ungefähr so dick wie 2 dicke Kapuzenpullis oder ein dicker Lodenmantel. Wenn alle Teile dran sind, hat das komplette Teil ca. 4,5 kg. Für mich die Obergrenze für eine wattierte Oberkörperrüstung.

Tunika fertig

Wattierte Tunika aus 4 Lagen Stoff.

  • Lage 1: Zelttuch mit ca. 300g/m² dicht verwebt.
  • Lage 2: Fester Leinenstoff in Leinwandbindung, ca. 280g/m²
  • Lage 3: Wollfilz
  • Lage 4: Dünner Leinenstoff (Bettuch von Oma ;-)) als Futterstoff

Zur Herstellung wurden 4 einzelne Tuniken genäht und diese dann ineinander gezogen und am Saum, an den Ärmeln sowie Halsausschnitt verbunden. Es empfiehlt sich mindestens 2 Linien abzusteppen, damit das Innenleben nicht verrutscht. (Fehlt bei meinen Bildern noch, ist aber geplant)
Beim zuschneiden und nähen der einzelnen Tuniken ist darauf zu achten, dass die Lagen ineinander passen und nicht alle gleich groß sind.

Noch in Planung:

  • Schultern mit Leder verstärken
  • Tunika absteppen